Aktuelles

Notiz am Rande: SHA1 versus SHA512 - alles klar?

Vom Bundeszentralamt für Steuern erhielten wir heute folgendes Schreiben per E-Mail:


Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

SHA1 wurde als zu unsicher eingestuft. Wie bereits in der Vergangenheit angekündigt, werden aus Gründen des Dateschutzes ab sofort nur noch Signaturen, die mit SHA512 erstellt wurden, verarbeitet.

Mit freundlichen Grüßen

Bundeszentralamt für Steuern

Diese E-Mail wurde automatisch generiert.
Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten des BZSt unter www.bzst.de


Haben Sie sofort verstanden was gemeint und ggf. zu tun ist? Es geht um ein Verschlüsselungsverfahren bei der elektronischen (Massen)Übermittlung von Daten, das seit dem 01.08.2016 angefordert wird. Unter www.bzst.de ist hierzu nichts konkretes zu finden.


Abbau der Bürokratie? Der Deutsche Steuerberaterverband hat einige Anregungen!

Das Schlagwort "Bürokratieabbau" ist in aller Munde. Zumindest immer dann, so möchte man meinen, wenn sich dies politisch gut vermarkten lässt, beispielsweise in einer Talkshow oder ähnlichen Medienformaten.

Wie wir aus der Praxis wissen, kommt dieser politisch offenbar vorhandene Wille zum Abbau von Bürokratie in der Realität häufig nicht an. Das für kleine Unternehmen bis hin zum Mittelstand unglaublich komplizierte KiStAM-Verfahren oder die bereits angesprochene Regelung zur Meldung der Mitgliedsbeiträge zur Sozialversicherung sind da nur zwei besonders furchtbare Beispiele.

Der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) berät momentan den Gesetzgeber, an welchen Stellen ein Abbau von Bürokratie aus Sicht der Praxis tatsächlich bzw. besonders notwendig ist: Es geht um das sogenannte Bürokratieabbaugesetz II.


Interessant war dabei die Feststellung, wie lange die Grenze der "geringwertigen Wirtschaftsgüter" - kurz GWG - schon unverändert existiert. Zu Beginn meiner Tätigkeit im Steuerrecht lag diese bei 800,00 DM. Mit dem Währungswechsel wurde dieser Betrag auf 410,00 Euro umgerechnet und kurzzeitig - wegen der Kassenlage - ein Sammelposten eingeführt, der zwischenzeitlich zum Wahlrecht geworden ist. Nach den Feststellungen des DStV gilt diese Grenze bereits seit 52 Jahrenmehr oder weniger unverändert. Man darf gespannt sein, ob man hier ein Einsehen haben wird, und diese Grenze zumindest für die Zukunft um die Inflation bereinigt. Der DStV fordert hierzu eine neue Grenze von wenigstens 1.500,00 Euro je Wirtschaftsgut.

Die gesamte Stellungnahme finden Sie unter folgendem externen Link:

http://www.dstv.de/interessenvertretung/


Mindestlohn steigt ab 2017 auf 8,84 Euro je Stunde

Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 wird der gesetzliche Mindestlohn um 4% auf 8,84 Euro je Stunde angehoben. Sofern für Ihr Unternehmen nicht andere Sonderregelungen gelten, ist dies ab dem Abrechnungsmonat Januar 2017 zu beachten.

Externer Link zum Artikel der Bundesregierung:

https://www.bundesregierung.de/


Fälligkeit von Sozialversicherungsbeiträgen - Erleichterungen in Aussicht!

Bereits seit dem 1. Januar 2006 haben Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung im Voraus zu ermitteln und zu entrichten. Dadurch wurde die vorherige Regelung abgelöst, wonach die Beiträge bis zum 15. Tag des Folgemonats abgerechnet und bezahlt werden mussten. Im Ergebnis daraus stehen den Krankenkassen und der Rentenversicherung die Beiträge gut zwei Wochen früher zur Verfügung, als dies im alten System der Fall war.

Die meisten Arbeitgeber haben seitdem häufig Probleme. Die Beiträge sind am drittletztenBankarbeitstag eines Monats fällig. Damit die Abbuchung fristgerecht eingereicht werden kann, müssen der Krankenkasse als einziehender Stelle die Daten am fünftletzten Bankarbeitstag zur Verfügung stehen. Aus verfahrenstechnischen Gründen häufig sogar am Vormittag des fünftletzten Bankarbeitstages. Das bedeutet, dass die Daten zur Abrechnung dem Lohnbüro spätestens am sechst- oder siebtletzten Bankarbeitstag vorliegen müssen.

Vor allem bei einer ungünstigen Konstellation von Wochenenden und Feiertagen, aber auch im Allgemeinen sind die Löhne daher aktuell sehr früh vorzubereiten. Dies führt häufig zu Unsicherheiten und Korrekturbedarf, da bis zu diesem Zeitpunkt das beitragspflichtige Gehalt oft noch nicht sicher ist.

Mit seinem Bericht vom Juni 2016 hat der Normenkontrollrat eine Empfehlung zur Abkehr von diesem Verfahrens ausgesprochen. Es scheint, daß eine Änderung auch tatsächlich umgesetzt wird. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen, auch wenn eine Rückkehr zum früheren Verfahren vermutlich nicht stattfindet.

Stattdessen wird erwogen, die Höhe der aktuellen Monatsbeiträge am Vormonat auszurichten, um diese später zu korrigieren. Die Begründung leuchtet nur ein, wenn man sich das Umlageprinzip im Hintergrund einer offenbar noch immer angespannten Kassenlage vor Augen hält. Denn der Normenkontrollrat und die Sozialversicherungsträger erwarten durch die Verschiebung der Fälligkeit um gut zwei Wochen einen Liquiditätsausfall von knapp 28 Milliarden Euro. Dieser müsse, bei Rückkehr zur Regelung vor 2006, durch (temporäre) Beitragserhöhungen finanziert werden. Um diese unverständlich und vor allem politisch unpopuläre Regelung zu vermeiden, soll ein Mittelweg in oben dargestellter Form gewählt werden.

Festzustellen ist, daß durch die Änderung zum 1. Januar 2006 die Beiträge einmalig um gut zwei Wochen früher zu bezahlen waren. Für diesen einmaligen Sondereffekt entsteht bei den Arbeitgebern nunmehr im elften Jahr regelmäßig ein Mehraufwand bei der Abrechnung der Löhne. Die geplante Vereinfachung des Ist-Zustandes unter dem Motto "Bürokratieabbau" aufzuführen (siehe Pfad des Downloads), ist dem Wortlaut nach zutreffend und klingt vor allem sehr positiv. Im Hintergrund von Ursache/Wirkung und den dadurch entstandenen wirtschaftlichen Folgeschäden sowohl bei den Unternehmen als auch den Krankenkassen (nämlich durch Schätzungen, Erinnerungen und Korrekturen) hat der Verkauf dieser längst überfälligen Maßnahme als Bürokratieabbau zumindest ein "Gschmäckle".

Der ganze Bericht des Normenkontrollrats ist unter folgendem externen Link abzurufen:

https://www.bundesregierung.de/


Neuregelung der "Mini-Jobs" ab 2013

Ab dem 1. Januar 2013 wurde durch das "Gesetz zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung" die Verdienstgrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungen von 400,00 Euro auf 450,00 Euro im Monat angehoben.

Gleichzeitig wurde das Prinzip zur Rentenversicherungspflicht für neue Beschäftigungsverhältnisse geändert. Neue oder als neu geltende Beschäftigungsverhältnisse unterliegen nun grundsätzlich der Versicherungspflicht - wer das nicht möchte, muss dies schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber erklären. In folgender Übersicht sind die Änderungen und Auswirkungen bei neuen als auch alten Beschäftigungsverhältnissen zusammengefasst.

Übersicht - Aushilfen ab 01.01.2013